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Einführung

Funktion und Verlauf der Beingefässe

Die Beinarterien (Schlagadern) haben die Funktion, sauerstoffreiches Blut vom Herzen in die Weichteile und Knochen der Beine zu leiten. Auf ihrem Weg durch die Beine geben die Beinarterien eine Vielzahl von Gefässästen ab, welche sich nach Art eines Baumes in zunehmend feinere Verästelungen aufzweigen. Die dünnsten Gefässe, auch Haargefässe oder Kapillaren genannt, stellen in den Geweben den Stoffaustausch sicher (Abgabe von Sauerstoff und Nährstoffen an das Gewebe, Aufnahme von Kohlendioxid und “Stoffwechselschlacken” in die Blutbahn).

Die Beinvenen haben umgerkehrt die Funktion, sauerstoffarmes Blut aus den Weichteilen und Knochen der Beine wieder zum Herzen zurückzuführen. Aus den Kapillaren strömt das Blut zunächst in feine Venenäste weiter. Diese vereinen sich im weiteren Verlauf  Richtung Herz zu zunehmend grösseren Sammelvenen. Das Venenblut beider Beine wird von der rechten und linken Beckenvene aufgenommen und über die untere Hohlvene als Hauptsammelvene zum Herzen geführt.

In den Beinen existieren neben dem oberflächlichen Venensystem, welches sich unter der Haut befindet und oftmals äusserlich erkennbar ist, mehrere tiefgelegene Venen, die in Nachbarschaft zu den zugehörigen beinversorgenden Arterien verlaufen. Oberflächliches und tiefes Venensystem stehen über zahlreiche Verbindungsvenen (Perforansvenen) miteinander in Kontakt.

Die Lymphgefässe sind feine kapillarähnliche Strukturen, welche Gewebsflüssigkeit aus den Beinen in Richtung Herz transportieren und so die Funktion der Beinvenen unterstützen.

 

Kopie von Kreislaufschema Josi blau peripher 22KBBeinvenen perforantes blau

Die oben stehenden Abbildungen zeigen schematisch die Prinzipien des arteriellen und venösen Blutkreislaufes und des oberflächlichen und tiefen Beinvenensystems (modifiziert nach Wirth und Rudofsky).

Abbildung links: Aorta (1), Beckenarterie (2), Beinarterie (3), untere Hohlvene (4), Lungenarterie (5), Lungenvene (6). Sauerstoffreiches Blut und linke Herzkammer sind rot, sauerstoffarmes Blut und rechte Herzkammer sind blau dargestellt. Das sauerstoffreiche Blut wird über Aorta und Beckenarterien zu den Beinen geleitet, das sauerstoffarme Venenblut gelangt aus den Beinvenen über die Beckenvenen und untere Hohlvene wieder zum Herz zurück. Von dort wird es über die Lungenarterien zur Lunge geführt, mit frischem Sauerstoff angereichert und über die Lungenvenen wieder zum Herz zurückgeführt.

Abbildung rechts: Tiefes Venensystem (1) und oberflächliche Venen (2 und 3) stehen über quer verlaufende Perforansvenen (in der Abbildung nicht mit Nummerierungen versehen) in Verbindung. Die Richtung des Blutflusses wird mit Pfeilen gekennzeichnet. Die Venenklappen sind als Rückschlagventile so angeordnet und ausgerichtet, dass im Normalfall der Blutfluss in allen Venen nur in einer Richtung verläuft, in den tiefen und oberflächlichen Venen jeweils zum Herzen, in den Perforansvenen nur von den oberflächlichen zu den tiefen Venen.

Weitere Schemazeichnungen und Informationen zum Verlauf der Beinarterien und Beinvenen finden sich unter www.beinarterien.de bzw. www.beinvenen.de (Abbildungen jeweils in den Einführungen).

 

Feinbau der Arterien und Kapillaren

In Grundzügen betrachtet, sind die Arterien nach einem einheitlichen Schema aufgebaut. Die Gefässinnenseite ist von einer dünnen Haut (Epithel) ausgekleidet. Bei gesunden Arterien ist dieses Epithel völlig glatt und homogen gestaltet. Gemeinsam mit einer angrenzenden dünnen Bindegewebsschicht bildet das Epithel die innerste Schicht der Gefässwand, die sog. Intima. Zusätzlich enthält die Gefässwand einige Schichten  glatter Muskelfasern, welche vorwiegend ringförmig angeordnet sind und an die Intima angrenzen. Diese Muskelschichten bilden in ihrer Gesamtheit die mittlere Schicht der Gefässwand, die sog. Media. Die Muskulatur der Media hat die Aufgabe, die Lumenweite des Gefässes zu regulieren. Eine Anspannung dieser Gefässmuskulatur führt  zur Gefässverengung, eine Erschlaffung zur Gefässerweiterung. Nach aussen hin schliesst sich eine bindegewebige Wandschicht an, die sog. Adventitia.

Mit zunehmend feinerer Verästelung der Arterien nimmt deren Durchmesser und die Dicke der Gefässwände kontinuierlich ab. Die Kapillaren der Endstrombahn, in welchen sich der Stoffaustausch in den Geweben vollzieht, bestehen im wesentlichen nur noch aus einem dünnen Endothel.

 

Feinbau der Venen

Die Wände der Beinvenen sind deutlich dünner als die Arterienwände, enthalten weniger Muskelanteile und einen höheren Anteil Bindegewebe, da der Blutdruck in den Venen niedriger als in den Arterien liegt. Ansonsten entspricht der Aufbau der Venenwände den Arterien (dreischichtige Gliederung in Intima, Media, Adventitia). Als Besonderheit besitzen die Venen von der Intima ausgehende Venenklappen. Diese wirken als Rückschlagventile und unterstützen einen gerichteten Blutfluss zum Herzen; sie verhindern, dass sich in den Venen befindliches Blut übermässig in die Beine zurückstaut, besonders beim Sitzen oder Stehen.

 

Wandbau Art u Ven 14 KBDie nebenstehende Abbildung zeigt schematisch den Wandaufbau der Blutgefässe (Arterie links, Vene rechts, Abb. modifiziert nach Schiebler). Intima (violett), Media (grün) und Adventitia (rot) bilden jeweils die drei Wandschichten. Bei den Arterien ist die Media kräftiger angelegt und die Muskelfasern sind dichter gelagert als bei den Venen.

 

Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren fördern die Entstehung von Erkrankungen der Beingefässe.

Arterielle Durchblutungsstörungen werden gefördert durch Rauchen, Hypertonie (Bluthochdruck), Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht bzw. Fettsucht (Adipositas) und Bewegungsmangel. Neuere Erkenntnisse sprechen für weitere Risikofaktoren. So z.B. existieren Hinweise, dass erhöhte Blutspiegel einer bestimmten Aminosäure (Homocystein) arterielle Gefässverengungen begünstigen können. Andere Hypothesen diskutieren als Mitursache arterieller Gefässverkalkungen eine chronische bakterielle Keimbesiedlung der Gefässwände mit Chlamydien (Chlamydia pneumoniae), eventuell auch einen möglichen Mangel an bestimmten Vitaminen wie Vitamin C und E.

Andererseits kann eine vorzeitige Gefässverkalkung auch bei einem Fehlen der vorerwähnten Risikofaktoren schicksalhaft entstehen, wenn eine entsprechende genetisch-familiäre Veranlagung vorhanden ist.

Schliesslich fördert auch höheres Lebensalter eine naturgemässe Verkalkung der Beinarterien.

Venenleiden werden ebenfalls durch Bewegungsmangel begünstigt, weiterhin durch übermässiges und langanhaltendes Sitzen und Stehen. Längere Immobilisation, z.B. infolge von Operationen oder Gipsruhigstellungen erhöhen die Gefahr einer Venenthrombose. Auch chronische Druckeinwirkung auf die grossen Sammelvenen des Becken-Bauchraumes, wie sie gelegentlich bei Schwangerschaft, Tumorkrankheiten oder chronischer Verstopfung auftreten können, fördern die Entwicklung von Venenleiden.

 

Angiologie

Die Angiologie (Gefässmedizin) ist dasjenige Fachgebiet innerhalb der Inneren Medizin, welches sich mit den Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefässe befasst. In der Meduna-Klinik besteht auf Grund einer vorhandenen angiologischen Schwerpunktbildung seitens des Chefarztes die Möglichkeit, fachangiologische ärztliche Behandlungen durchzuführen.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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