Homepage,  
 Verfasser
Einführung
Krankheiten  
 der Arterien
Krankheiten 
 der Venen
Untersuchung
Behandlung
Organisatorische  
 Hinweise
Hinweise für 
 Privatpatienten
Hinweise für 
 Kassenpatienten
Klinikdaten
Kontakt
weitere  
 Internetseiten
Bildgalerie
Krankheiten d. Arterien

 

Häufigste Erkrankung der Arterien ist die Atherosklerose bzw. Arteriosklerose (Gefässverkalkung). Wesentliche Folgekomplikationen derAtherosklerose sind im Bereich der Beine Durchblutungsstörungen unterschiedlichen Schweregrades, welche zur arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) führen.

 

Altersabhängigkeit

 Je älter ein Mensch wird, desto ausgeprägter sind in der Regel seine atherosklerotischen Gefässveränderungen. Insofern stellt die Atherosklerose letztlich einen natürlichen Alterungsprozess dar. Schon der altägyptische Pharao Ramses II., dessen Mumie gut erhalten ist, und der gemäss geschichtlicher Überlieferung ein biblisches Alter von über 90 Jahren erreicht hatte, war von atherosklerotischen Gefässveränderungen ausgeprägten Schweregrades betroffen, wie neuzeitliche Untersuchungen seiner Mumie belegen.

Die bereits erwähnten, in unserer Zivilisationsgesellschaft häufig anzutreffenden Risikofaktoren verlegen andererseits in vielen Fällen die Manifestation arterieller Erkrankungen in zunehmend jüngere Lebensalter.

 

Ablauf der Atherosklerose

In der Frühphase der Atherosklerose entwickelt sich zunächst eine Gefässwandverdickung infolge von Einlagerungen bestimmter Fettsubstanzen, welche bei längerem Bestehen verkalken können. Diese Einlagerungen werden als Plaque bezeichnet. Im weiteren Verlauf kann es zum Einriss der inneren Wandschicht (Intima) im Bereich eines atherosklerotischen Plaque (Plaqueruptur) mit nachfolgender Entwicklung eines geschwürigen Defektes in der Gefässwand kommen, welcher Blutplättchen und Blutgerinnsel an sich bindet. Auf diese Weise wird das Gefäss entweder zunehmend verengt oder vollständig verschlossen.

Wie neuere Erkenntnisse zeigen, muss ein akuter Gefässverschluss nicht in jedem Falle eine vorbestehende höhergradige Gefässverengung zur Voraussetzung haben. Vielmehr kann es auch in relativ gering veränderten Gefässen zum plötzlichen Einriss der Gefässinnenschicht (Intima-Ruptur) kommen, mit nachfolgender sehr schnell einsetzender Ausbildung von Blutgerinnseln, welche ggf. zum plötzlichen Gefässverschluss führen.

Gerade diese Erkenntnis belegt, dass die Früherkennung einer Atherosklerose und eine rechtzeitige Einflussnahme auf ggf. vorhandene gefässbezogene Risikofaktoren unter Aspekten der vorbeugenden Medizin (Präventivmedizin) von grosser Bedeutung sind, um spätere Folgekomplikationen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Atherosklerose-Schema, 25KB blau perDie nebenstehende Abbildung stellt den Ablauf der Atherosklerose schematisch dar (modifiziert nach Rotter). Einer zunächst noch mässigen, lockeren Fetteinlagerung (Abb. oben) folgt eine Verdichtung der Fettmassen (sog. Atherombildung) mit möglichem Einriss der Intima (Abb. darunter). Aus diesem Intima-Einriss kann sich im Verlauf ein geschwüriger Defekt entwickeln, dem sich ein Blutgerinnsel auflagert (vorletzte Abbildung). Bei noch weitreichenderen Defekten mit breiter Freilegung des Atheroms können sich grossräumigere Blutgerinnsel der Gefässwand anlegen (Abb. unten).

 

Arterielle Embolien

Eine weitere Möglichkeit für arterielle Gefässverschlüsse ergibt sich aus der Eigenschaft der frischer Blutgerinnsel, sich am ursprünglichen Entstehungsort ablösen zu können. In diesem Fall gelangt das Blutgerinnsel (Thrombus) als sog. Embolus mit dem Blutstrom in entferntere, oftmals dünnkalibrigere Gefässabschnitte und kann dort zur vollständigen Verlegung des Gefässlumens (Embolie) führen.

 

Stadien und Verlauf der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK):

Im Frühstadium verursacht eine AVK noch keine Symptome. Dennoch können mit apparativen Untersuchungsverfahren durchaus schon beginnende Gefässveränderungen nachweisbar sein (Stadium I).

Bei weiterem Fortschreiten der Gefässverengungen entwickeln sich belastungsabhängige Schmerzen in den minderdurchbluteten Weichteilen der Beinmuskulatur, meist im Wadenbereich. Infolgedessen kann mit zunehmender Schwere der Mangeldurchblutung nur noch eine mehr oder weniger begrenzte Gehstrecke ohne Einlegung von Pausen bewältigt werden (Claudicatio intermittens, Schaufensterkrankheit, Stadium II). Liegt die zurücklegbare Gehstrecke noch oberhalb 200 Metern, liegt ein Stadium IIa vor, bei Gehstreckenverkürzungen auf weniger als 200 Meter ein Stadium IIb.

Bei weiterer Zunahme der Gefässverengungen kommt es zu anhaltenden Mangeldurchblutungen auch bei körperlicher Ruhe mit mehr oder weniger permanent vorhandenen Ruheschmerzen (Stadium III).

Schliesslich entwickeln sich Gewebsuntergänge (Nekrosen, Stadium IV): Bei trockenen Nekrosen zeigt sich ein trocknes Absterben betroffener Gliedmassen (Mumifizierung, “schwarzer” Zeh oder Fuss). Im Falle lokaler Keimbesiedlungen entwickeln sich eitrig belegte Entzündungen (feuchte Gangrän). In solchen Fällen ist der Patient durch Keimstreuungen in benachbarte Weichteile oder in die Blutbahn (Sepsis) besonders  gefährdet.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

[Homepage,  Verfasser]
[Einführung]
[Krankheiten  der Arterien]
[Krankheiten der Venen]
[Untersuchung]
[Behandlung]
[Organisatorische Hinweise]
[Hinweise für Privatpatienten]
[Hinweise für Kassenpatienten]
[Klinikdaten]
[Kontakt]
[weitere  Internetseiten]
[Bildgalerie]